Die Einleitung ist der wichtigste Textabschnitt einer Hochschularbeit – und zwar gleichgültig, ob es sich um eine Diplomarbeit, eine Bachelorthesis oder eine Staatsexamensarbeit handelt. Hier wird der Leser ins Thema eingeführt, hier wird die Fragestellung formuliert, und hier werden die methodischen Grundsatzentscheidungen getroffen.
Tipp: Man sollte die Einleitung, auch wenn das sogar von Prüferseite geäußert wird, nicht zum Schluss schreiben, sondern sie vorab verfassen und sie während der Niederschrift als Arbeitsinstrument verwenden. Denn hieran – und nur hieran – zeigt sich, ob das Untersuchungsvorhaben klappt. Häufig zeigt sich auch, weshalb es nicht so gut klappt.
All das weiß auch der Prüfer. Daher steht im Grunde die Note schon nach der Lektüre der Einleitung fest – zumindest wird es schwierig sein, den Prüfer davon zu überzeugen, dass es sich doch um eine gute Arbeit handelt, wenn die Einleitung misslungen ist. Aber wie schreibt man nun eine gute Einleitung? Im Folgenden einige grundlegende Hinweise:
Hilfreich ist eine Aufteilung in vier Teile, die sinnvoll aufeinander aufbauen. Das heißt nicht, dass es nicht auch andere Möglichkeiten gibt, aber so funktioniert es mit Sicherheit – bei jedem Thema. Das vorgeschlagene Schema sieht wie folgt aus:
- Thematische Hinführung (2 Absätze); diese besteht im Idealfall aus dem Einstieg (etwas, was an die allgemeine Erfahrung anknüpft und unmittelbar ersichtlich ist) und einem weiteren Absatz, in dem – ausgehend vom Einstieg – auf das eigentliche Thema fokussiert wird. In einer Arbeit über Online-Marketing mit Facebook beispielsweise würde es im 1. Absatz um Online-Marketing allgemein gehen und im 2. Absatz auf die besonderen Anforderungen im Zusammenhang mit Facebook verwiesen. (Kontrollfrage: „Worum geht es hier?“)
- Fragestellung (1 Satz), auch als Problemstellung oder Forschungsfrage bezeichnet. Dabei handelt es sich im Idealfall tatsächlich nur um einen Satz oder einen Fragesatz. Die Fragestellung muss sich organisch aus dem 2. Absatz der Hinführung ableiten lassen. Im Idealfall ergibt sich für den Leser selbst angesichts des bisher Vermittelten an exakt dieser Stelle eine Frage, die er dann vom Verfasser bzw. der Verfasserin formuliert bekommt. Damit einher geht die Vorgabe, dass die Fragestellung wirklich nur exakt eine einzige Frage bzw. ein Forschungsproblem betrifft, nicht zwei oder drei. Wenn das passiert, hat man schon an dieser Stelle etwas falsch gemacht. (Kontrollfrage: „Was ist das Problem?“)
- Operationalisierung der Fragestellung (3 bis 4 Sätze); dabei wird die Frage beantwortet, welche inhaltlichen und methodischen Aspekte im Zusammenhang mit der Klärung der Forschungsfrage wichtig sind. Dabei dürfen dann durchaus weiterführende Fragen gestellt oder Hypothesen formuliert werden, die sich aber wiederum auf die zentrale Fragestellung zurückführen lassen müssen. (Kontrollfragen: „Welche Überlegungen sind damit verknüpft? Was brauche ich, um die Forschungsfrage zu beantworten?“)
- Untersuchungsverlauf (pro Kapitel ein – kurzer – Absatz mit Verweis auf die Kapitelnummer); hier wird geklärt, was Inhalt der einzelnen Kapitel ist. Neue inhaltliche oder methodische Aspekte sollten hier nicht mehr vorkommen, hier geht es nur noch um das Wie, nicht mehr um das Was. (Kontrollfrage: „Wie wird vorgegangen?“)
Hinweis: Die Schritte 3 und 4 werden häufig vermischt, oder die Operationalisierung unterbleibt ganz. Wir möchten nochmals deutlich darauf hinweisen, dass die inhaltlichen, vor allem aber die methodischen und strukturellen Überlegungen in Bezug auf die Fragestellung ein unverzichtbares Instrument sind, um die grundlegenden Zusammenhänge der Untersuchung zu klären. Demgegenüber dient der Untersuchungsverlauf lediglich dazu, die Überlegungen im Hinblick auf die Gliederung in eine sinnvolle Abfolge zu bringen.
Wie gesagt, dieses Schema funktioniert mit jedem Thema – wenn nicht, deutet das eher darauf hin, dass mit dem Thema etwas nicht stimmt. Konkrete Fragen dazu beantworten wir gern im o:T-Forum. Ansonsten lässt sich auch im Rahmen einer Kurzberatung klären, ob die Einleitung schlüssig ist. Dazu ist keine Beauftragung eines Lektorats notwendig.

Dieser Inhalt ist unter einer Creative-Commons-Lizenz lizenziert. Demnach müssen Sie den Namen des Autors bzw. Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen (hier: online:TEXTBÜRO). Der Inhalt darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden. Der Inhalt darf nicht bearbeitet, abgewandelt oder in anderer Weise verändert werden.









Naja, etwas zu sehr standardisiert für meinen Geschmack.
Danke, hat mir super geholfen erstmal einen Anfang zu finden ^^
Liebes Team vom Online-Textbüro,
nachdem ich heute zum wiederholten Male eine Hausarbeit abgegeben habe, bei deren Erstellung mir ihre Artikel zum gelungenen Aufbau einer Einleitung, eines Fazits usw. geholfen haben, möchte ich mich einmal sehr herzlich bei ihnen bedanken.
Ich bin vor ca. einem Jahr auf ihre Homepage aufmerksam geworden, als ich während des Schreibens meiner Bachelorarbeit regelrecht verzweifelt auf der Suche nach praktischen Tipps war. Andere Autoren füllen ganze Bücher mit angeblichen Hilfestellungen für wissenschaftliche Arbeiten, dabei reicht die Lektüre ihrer wenigen Seiten umfassenden Hinweise, um aus dem Chaos in meinem Kopf eine flüssige Argumentation zu basteln. Sollte ich jemals ein
professionelles Lektorat benötigen, werde ich mich mit Sicherheit an sie wenden.
Beste Grüße!